Was soll ich hier tun?

„Was soll ich hier tun?“ ― for harp, virtual harp, narrator and live electronics

Harp: Alexandra Guiraud
Narrator: Gunnar Brandt-Sigurdsson
HfMT Hamburg 27.06.2012

In my piece there is a three-part conversation between harp, virtual harp and voice. The harp plays a transcription of a poem by Tang dynasty poet Hanshan, while the voice recites poems by contemporary German poet Brinkmann (improvisations on Hanshan); the virtual harp stands for a mix of the two. In the first part, the conversation alternates between the two poems, in the second part they sound simultaneously, and the third part leads to a climactic crisis. Tension is finally resolved by the playback of Hanshan’s poem in the original Chinese language, in which the original title “Was soll ich hier tun?” (“What shall I do here?”) is quoted.

Improvisation 1, 2 & 3 (u.a. nach Han Shan)

Rolf Dieter Brinkmann

“Niemand weiß, woher Han Shan kam.”Er stieg aus der Ebene auf den Kalten Berg,
schrieb, “was soll ich hier tun?”, in den Stein,
die Überschriften fehlten,
keine Numerierung er saß und sah auf den Schnee, die Erklärungen,
“Fußnoten,” folgten später, erklärten nichts.
Die Kalligraphien in der Kälte, weiß,
das Anschauen des Steins, das Vergessen der Erinnerungen,
was eine Leistung ist. Er schrieb,
“der Wissende hat keinen Pfennig,”
als er wieder überrumpelt wurde vom Verlangen,
den Berg zu verlassen,
geplagt von der “Kondolation der Fliegen” &, als er das Zimmer ausfegte, war er zufrieden.
Ein Lied zu singen mit nichts als der Absicht,
ein Lied zu singen, ist eine schwere Arbeit,
wie vor dem Schnee bedeckten Berg zu sitzen,
ihn jahrelang, ohne Ablenkung, anzuschauen und dann,
eines Tages,
mit einem einzigen Strich weißer Tusche auf das weißes Papier                                                                                                                                 zu setzen,
daß jeder sieht der Berg ist absolut leer.

Leave a Reply